Es hat lange gedauert, aber heute möchte ich nun endlich über unsere Delfin-Therapie im August 2009 berichten.
Als Erstes möchte ich sagen, das es für uns ein bemerkenswertes und beeindruckendes Erlebnis war. Vor allem für Benedikt.
Als wir am Samstag angekommen sind, hatten wir erst einmal das Wochenende Zeit, uns einzugewöhnen. Wir bezogen unsere Zimmer und machten uns mit der Umgebung vertraut.
Am 1. Tag lernten wir Herrn Trompisch kennen, sowie sein ganzes Team. Wir waren sehr aufgeregt, was uns erwarten würde.
Jedes Kind bekam eine Therapeutin zugeteilt, sowie eine Assistentin, die beim Umziehen der Kinder half. Benedikts Therapeutin Eva, kam aus Österreich, und war eine ganz Liebe. Auch zu den Assistentinnen, Katja und Katja, hatten wir gleich ein sympathisches Verhältnis.
Das 1. Zusammentreffen mit Delfin Flora, und den Beluga-Walen Porscha und Larik fand erstmal nur ausserhalb des Beckens statt. Benedikt und die Tiere sollten sich erstmal *an Land* aneinander gewöhnen.
Wir bekamen unseren Therapieplan, der wie folgt aussah:
8:20 morgens Abfahrt zum Delfinarium
9:00 Therapieeinheiten für alle Therapie-Kinder
11:00 Rückfahrt ins Hotel
12:00 Physiotherapeutische Einheit bei Eva
12:30 Termin bei Masseur Vitali (er löste Blockaden und Verspannungen speziell auf das Kind abgestimmt)
Den Nachmittag konnten wir uns frei gestalten. Die Assistentinnen boten auch eine Betreuung an, in der sie die Therapiekinder, sowie deren Geschwister für 2 Stunden betreuten. Für uns kam das nicht immer in Frage, da Vinzent sich nicht von uns trennen mochte :-)
Da Benedikt nicht selbst erzählen kann, wie er diese wirklich aussergewöhnliche und tolle Therapie empfunden hat, werde ich erzählen.
Benedikt war von Anfang an eine Wasserratte, und hat sich sofort wohl gefühlt. Er hatte weder Berührungsängste mit Eva, noch mit den Tieren oder dem Wasser. Es war für mich ein wunderschöner Anblick, ihn, meinen kleinen Benedikt da im Wasser mit den doch recht großen Tieren zu sehen. Und zu sehen, das er sichtlich Spaß hatte. Nicht so gut war, das er seine Brille nicht aufsetzen konnte. Er sollte seine Brille (selbsttönend) aufsetzen, da er lichtempfindlich ist. Doch nach einem Gespräch mit den Therapeuten, waren wir alle der Meinung, es ist besser sie nicht aufzusetzen. Das Becken war 6 m tief und es wäre schwierig gewesen, die Brille von dort wieder hoch zu holen ;-) Für einen eventuellen nächsten Aufenthalt bei den Delfinen, werden wir an ein spezielles Gummiband für Brillen denken :-)
Es waren immer 2 Therapiekinder im Wasser. Anfänglich sollte Benedikt mit Delfin Flora schwimmen. Doch die Belugas hatten es auf ihn abgesehen :-) Das andere Therapiekind Markus war fitter als Benedikt, und wir haben uns sagen lassen, das sich die Tiere *ihre* Kinder aussuchen. Die flippige und forsche Flora beschäftigte sich mit Markus, während sich die gemütlichen Belugas auf Benedikt konzentrierten. Eva, die Therapeutin war immer dabei. Und es war ergreifend zu sehen, wie der kleine Benedikt auf einem gigantischen Beluga lag und durchs Wasser schwamm. Wie gigantisch diese Tiere wirklich waren, sollten wir als Eltern später auch noch erfahren.
Wir haben sehr viele Fotos und Videos gemacht. Es sind zwar oft die gleichen Bilder, aber diese Zeit bei der Delfin-Therapie mußte man einfach festhalten.
Ab dem 5. Therapietag durften auch Eltern bzw. Geschwisterkinder ins Wasser. Erst bekam Benedikt seine Therapieeinheit, und die letzten 10 Minuten durfte ein Famililenmitglied rein. Herr Trompisch und die Therapeuten fanden es sehr wichtig, das auch Familienangehörige zu den Tieren ins Wasser gehen. Um zum einen das Gefühl zu erleben, welches die Therapiekinder haben, und zum anderen, das die Therapiekinder sehen, das die Eltern eben auch eine *Therapie* machen.
Wir wechselten uns untereinander ab. Selbst Vinzent war einmal drin, obwohl er sehr skeptisch und ängstlich war. Aber nach ein paar Minuten, hatte er Freude daran, und spielte mit Flora. Als ich nun an der Reihe war, und 2 Belugas gleich auf mich zuschwommen, bekam ich schon etwas Muffensausen. ;-) Aber der erste Hautkontakt war ergreifend. Sie fühlen sich an wie Schaumgummi mit einer Lederschicht überzogen. Ein Beluga mußte natürlich an meinen Füßen knabbern :-) Was mich panisch werden ließ, aber natürlich völlig unbegründet war... ich schwimme im Wasser, und schaue nach unten...da schauen mich 2 Augen an und kommen dann langsam auf mich zu :-) Einer der Belugas taucht unter mir auf...das war schon etwas gewöhnungsbedürftig ;-)
Abschließend möchte ich etwas dazu sagen, was die Delfin-Therapie für Benedikt gebracht hat. Wir wußten von vornherein, das es keine Zauber-Therapie ist, und wir uns keine Wunder erwarten durften. Benedikt fühlte sich dort sehr wohl. Er war ausgeglichen und machte kleine Fortschritte während der physiotherapeutischen Therapie was das Laufen anging. Was uns aber sehr aufgefallen ist, war sein Eßverhalten. Benedikt aß dort nicht, sondern er frass :-) Ich muss das wirklich so ausdrücken, weil es wirklich so war. War sein Teller leer, gierte er nach einem von unseren Tellern. Sein Kauen verbesserte sich zusehends. Es war wirklich eine Freude, das zu sehen.
In den letzten Wochen und Monaten konnten wir auch weitere Fortschritte sehen, die sehr viel mit dem Laufen zu tun hatten. Benedikt steht jetzt viel mehr, um nicht zu sagen, immer. Er läuft an einer Hand, auch wenn das noch sehr wackelig und unkoordiniert ist. Aber vor allem hat er Freude daran, weil er merkt, er muss nicht nur auf dem Boden sitzen. Neulich ist er ins Bad gekrabbelt, hat sich an der Wanne hochgezogen und sich dann rüber zum Waschbecken gehangelt. Es sind nur winzig kleine Schritte, aber für ihn wieder ein Meilenstein in seiner Entwicklung.
Alles in allem hatte die Therapie einen Erfolg, und wir hoffen, Benedikt eine solche Therapie noch einmal ermöglichen können.
Zum Schluss möchte ich mich noch herzlich bei Herrn Trompisch und seinem Team bedanken für die tolle Betreuung und Unterstützung. Ganz großer Dank gilt Therapeutin Eva Hornberger, sowie unseren Assistentinnen Katja & Katja.
Wir hoffen auf ein Wiedersehen!
Wer Fragen zur Therapie hat, einfach eine Mail schicken. :-)